zum Hauptinhalt der Seite springen
LogoLogo nachhaltig. ethisch. sicher. transparent.
Menü
Menü schließen
  • Startseite
  • Unternehmen & Menschen
    • Das Unternehmen
    • Werte & Überzeugungen
    • Die Menschen hinter nestbau
    • nest-Blog
    • nestbau-Chronik
    • Veranstaltungen
    • Stellenangebote
    • Kontakt
    • Blog-Archiv
  • Gebäude & Geldanlage
    • Die nestbau-Wirkung
    • Die Gebäude unserer Bürger-AG
    • Grundlagenwissen über Aktien
    • Aktien kaufen
    • Genussrechte
    • Aktien verkaufen
    • Aktienplattform
    • Die Bürger-Aktiengesellschaft
  • Dienstleistungen
    • Beratung & Projektsteuerung
    • Immobilienverwaltung & Hausmeisterservice
    • Referenzen
    • Rentabilitätsberechnung

Teil 3: Wohnraumversorgung - Was können natürliche Baustoffe bewirken?

Autor/in

Markus Buckenmayer Markus Buckenmayer

Datum

31.01.2024

Schlagworte

  • Bauen & Klima
  • Info-Serie Wohnraumversorgung
  • Bautechnik

Wohnraumversorgung

  1. Teil 1: Wohnraumversorgung – Hintergründe und Zusammenhänge
  2. Teil 2: Wohnraumversorgung - Klimaverträgliches Bauen
  3. Teil 3: Wohnraumversorgung - Was können natürliche Baustoffe bewirken?
  4. Teil 4: Wohnraumversorgung - Das Prinzip „Lego“: Rezyklierbarkeit und Kreislaufwirtschaft
  5. Teil 5: Wohnraumversorgung - Wohnfläche und Suffizienz – Wie viel ist genug?
  6. Teil 6: Wohnraumversorgung - Wo Märkte sinnvoll sind (und wo nicht)
  7. Teil 7: Wohnraumversorgung - Wohnungspolitische Instrumente und Eigentumsverhältnisse in Deutschland
  8. Teil 8: Wohnraumversorgung - Warum wir einen umfassenden kulturellen Wandel benötigen
  9. Teil 9: Wohnraumversorgung - Warum Wohnraum immer auch emotional ist
  10. Teil 10: Wohnraumversorgung - Unser „Neschtle“ oder die Transformation im Tun

Ob ein Bau­stoff als ökologisch bezeichnet werden kann oder nicht, hängt von vielerlei Faktoren ab. Manchmal ist dies erst mit Blick auf den Einzel­fall möglich. Ein paar generelle Aus­sagen lassen sich aber trotzdem treffen.

Welche Baustoff-Arten gibt es?

Man kann Bau­stoffe in mineralische und organische Materialien unterteilen. In den meisten Fällen sind organische Materialien ökologisch im Vorteil, da sie erstens nach­wachsen können und zweitens während ihrer Entstehung CO2 aufnehmen. Bei einer Verwendung als Baustoff bleibt dieses CO2 anschließend in dem Gebäude gespeichert. Zumindest in der Theorie können Gebäude also auch CO2 speichern, anstatt einen großen Emissions­rucksack mit sich zu tragen.

Die Realität sieht leider meist anders aus. Viel zu oft werden noch große Mengen an mineralischen Bau­stoffen verwendet und natürlich benötigt jeder Bau eines Gebäudes große Mengen an Energie, welche nach wie vor zu einem großen Teil aus fossilen Brenn­stoffen gewonnen wird. Doch das Angebot an organischen Bau­stoffen wächst.

Ist Holz immer der bessere Baustoff?

Auch wenn ein Bau aus Holz mit großer Sicherheit deutlich weniger schädlich ist als ein Gebäude aus Stahl-Beton, gilt es auch beim Bauen mit Holz einiges zu beachten. Zum einen muss sicher­gestellt werden, dass das Holz aus nach­haltiger Wald­bewirt­schaftung stammt, um eine Abholzung der Wälder zu vermeiden. Zum anderen sollte es möglichst aus regionalen Wäldern stammen und die Verarbeitung ebenfalls regional statt­finden, um lange Transport­wege zu vermeiden. Hinzu kommt die Vermeidung umwelt­schädlicher und giftiger Leime. Hier gibt es bereits verschiedene Akteure, welche komplett leimfreien Holzbau anbieten.

Der letzte Schritt ist dann, den Holz­bedarf selbst zu minimieren, indem weniger wertvolle Materialien, wo immer möglich, das Holz ersetzen. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der Stroh­ballen­bau der Grünspecht eG aus Freiburg. Die Wände der Grün­specht-Gebäude bestehen anstatt aus Massiv­holz aus einem schlanken Holz­rahmen, in den Ballen aus verpresstem Stroh eingefügt und anschließend mit Lehm verputzt werden. Der Holz­bedarf wird dadurch deutlich verringert und ein günstig verfügbares Rest­produkt aus der Umgebung sinnvoll genutzt.

Reicht denn das Holz, wenn nun alle mit Holz bauen?

Diese Frage haben wir in den letzten zwei Jahren häufig gehört. Die Antwort fällt ambivalent aus. Einer­seits wächst die Holz­menge für ein Einfamilien­haus in Massiv­holz­bau­weise allein auf den Wald­flächen in Bayern in nur einer Minute nach1, anderer­seits wird seit einigen Jahren mehr als der „nutzbare Zuwachs“ aus den deutschen Wäldern entnommen. Dies liegt unter anderem an einer Aus­weitung von Schutz­gebieten, wodurch der so­genannte nutzbare Zuwachs verringert wurde. Zudem gab es in den letzten Jahren starke Wald­schäden durch Sturm, Trocken­heit und Insekten­befall - dann wird das Holz un­ab­hängig vom nutz­baren Zuwachs ent­nommen, da die Bäume ohne­hin bereits abgestorben sind2.

Wir würden daher folgender­maßen antworten: „Wenn in gleichem Umfang wie bisher weiter­gebaut wird, nur eben aus Holz anstatt aus mineralischen Bau­stoffen, werden wir die Wälder über­nutzen und wieder ökologische Krisen auslösen. Dies darf aber keines­falls den Blick darauf versperren, dass der heutige Verbrauch von Zement ökologische Krisen in viel größerem Ausmaß erzeugt. Sand, der Grund­stoff für Zement, ist bereits heute übernutzt3. Zudem ist Zement bzw. Beton für einen großen Teil der CO2-Emissionen verantwortlich, (siehe Teil 2 der Serie) während Holz sogar potenziell CO2 speichern kann.

Gibt es außer Holz noch andere ökologische Baustoffe?

Selbst­verständlich! Die Möglichkeit den Holz­bau durch Stroh­ballen­wände zu ergänzen haben wir bereits genannt. Es ist auch möglich ein Gebäude ganz aus Stroh­ballen zu bauen, man spricht dann vom sogenannten „last­tragenden Stroh­ballen­bau“. Dieser ist in Deutschland allerdings bisher nur für einstöckige Gebäude erlaubt. Auch aus Lehm können ganze Gebäude errichtet werden. Lehm ist zwar ein mineralischer Bau­stoff und speichert kein CO2, trotzdem ist seine Umwelt­belastung gering: Die Her­stellung von Lehm benötigt nur wenig Energie und Lehm ist fast überall verfügbar. Lehm könnte damit ein wichtiger Bau­stoff der Zukunft werden. Die dafür notwendige industrielle Fertigung gibt es aber leider noch kaum4.

Noch über­wiegend im Versuchs­stadium befindet sich das Bauen mit Pilzen. Erforscht wird der Werks­stoff aber intensiv. Bereits heute gibt es Platten für den Innen­ausbau oder Dämm­stoffe auf Pilz­basis. Dirk Hebel, Professor für Entwerfen und Nachhaltiges Bauen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) glaubt, dass bald ganze Gebäude aus Pilz­myzel entstehen werden5. Dies könnte aus Klima­sicht eine wirklich gute Nachricht sein, da auch Pilze große Mengen CO2 speichern.

Mit dem Einsatz ökologischer Bau­stoffe ist schon ein großer Schritt in Richtung ökologisches Bauen getan, für ein wirklich enkel­taugliches Bauen müssen wir jedoch über die Lebens­dauer des Gebäudes hinaus­denken und auf die Wieder­verwend­barkeit der Materialien achten. Wie das funktionieren kann und was es bereits für Ansätze gibt, zeigen wir euch im nächsten Teil der Serie.

Unsere Inhalte überzeugen? Engagieren Sie sich mit uns für mehr ökosozialen Wohnraum und nehmen Sie Kontakt auf und kaufen unsere Aktien.

Fußnoten

  1. Pressemitteilung von proholz Bayern zurück nach oben
  2. Daten zur Holznutzung des Umweltbundesamts zurück nach oben
  3. Deutschlandfunk zur Nutzung von Sand zurück nach oben
  4. Architektur aktuell zum Baustoff Lehm zurück nach oben
  5. Interview mit Dirk Hebel zurück nach oben
Teil 4: Wohnraumversorgung - Das Prinzip „Lego“: Rezyklierbarkeit und Kreislaufwirtschaft Teil 2: Wohnraumversorgung - Klimaverträgliches Bauen

© nestbau AG

  • Newsletter
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum