Ein paar Grundlagen des Aktienrechts

Viele, die sich eine Beteiligung an der nestbau AG überlegen, haben zuvor noch keine Aktien besessen. Daher hier eine kurze Einführung in das Wesen einer Aktiengesellschaft. Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne Gunnar Laufer-Stark, Vorstand der nestbau AG, oder Sie wenden sich an eine/n Rechtsberater/in Ihres Vertrauens.

Was sind Aktien ?

Einfach gesagt sind Aktien Anteilsscheine an einem Unternehmen. Wenn Sie Aktien eines Unternehmens haben, sind Sie zu einem bestimmten Prozentsatz Eigentümer/in dieses Unternehmens. Im Gegensatz zu Kreditgebern sind Sie als Aktionär/in also Mitinhaber/in des Unternehmens. Sie bekommen daher zum Beispiel auch keinen festen Zins auf Ihre Einlage, sondern nehmen am Erfolg (oder am Misserfolg) des Unternehmens ebenso teil wie an dessen positiver oder negativer Wertentwicklung.

Das Geld, das eine Aktiengesellschaft von Ihnen für Aktien bekommt, ist Eigenkapital des Unternehmens. Im Gegensatz dazu steht das Fremdkapital, zum Beispiel ein Kredit oder kurz laufende Genussrechte.

Welche Rechte habe ich als Aktionär/in?

Je mehr Aktien Sie besitzen, desto größer ist Ihr Anteil am Unternehmen, d.h. die Beteiligung richtet sich nach dem eingebrachten Kapital und nicht etwa nach Köpfen. Entsprechend wird nach diesen Anteilen auch die Dividende (der an die Aktionärinnen und Aktionäre auszuschüttende Gewinnanteil) verteilt. Grundsätzlich richtet sich auch das Stimmrecht auf der Hauptversammlung nach dem jeweiligen Anteil am gesamten Aktienbestand. Bei der nestbau AG ist allerdings in der Satzung ein Passus verankert, wonach kein/e Aktionär/in mehr als 5% des Stimmrechts ausüben darf, egal wie viele Aktien er oder sie besitzt. Dies entspricht unserem Charakter als Bürger-AG und soll eventuelle Übernahmen der nestbau AG durch größere oder spekulative Anleger verhindern.

Was für Arten von Aktien gibt es?

Das Aktiengesetz sieht verschiedene Aktienarten vor, die sich zum Beispiel nach den Rechten, die mit ihnen verbunden sind, unterscheiden. Die wichtigsten sind:

a. Stammaktien und Vorzugsaktien

Bezüglich der Rechte, die ein/e Aktionär/in hat, kann man grundsätzlich Stammaktien und Vorzugsaktien unterscheiden. Stammaktien geben ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung, d.h. sie ermöglichen es, an Entscheidungen über das Unternehmen teilzuhaben. Vorzugsaktien geben grundsätzlich kein Recht zur Teilnahme an Abstimmungen, dafür gibt es in der Regel mehr Dividende. Die nestbau AG hat nur Stammaktien, d.h. alle Aktionärinnen und Aktionäre haben die gleichen Rechte.

b. Inhaberaktien und Namensaktien

Die Rechte aus einer Inhaberaktie stehen dem oder der jeweiligen Inhaber/in zu, also dem- oder derjenigen, die das Papier besitzt. Bei Namensaktien hingegen ist zusätzlich eine Eintragung des Aktionärs/der Aktionärin in das Aktionärsverzeichnis erforderlich. Das ermöglicht es einer Gesellschaft zu wissen, wer ihre Anteilseigner sind. Die nestbau AG gibt ausschließlich Namensaktien aus. Wer von einem anderen Aktien erwirbt, muss daher zur Ausübung seiner Rechte mitteilen, dass er oder sie nun Aktionär/in ist und wird entsprechend in das Aktionärsverzeichnis eingetragen.

c. Nennwert- und Stückaktien

Bei Nennwertaktien wird das Grundkapital der Aktien nach dem Nennwert der Aktien aufgeteilt (Beispiel: „Das Grundkapital beträgt drei Millionen Euro. Es ist eingeteilt in 30.000 auf den Namen lautende Stammaktien zu einem Nennbetrag von jeweils 100 Euro“). Stückaktien haben dagegen keinen Nennwert. Hier wird in der Satzung der Gesellschaft nur die Anzahl der Aktien festgelegt. Die nestbau AG hat Nennwertaktien, und zwar mit einem Nennbetrag von jeweils 100 Euro pro Aktie.

d. „Junge“ und „alte“ Aktien

So genannte „junge“ Aktien werden den Interessierten bei Kapitalerhöhungen einer AG angeboten: Wenn eine Aktiengesellschaft mehr Geld braucht, kann sie eine Kapitalerhöhung beschließen. Dann werden neue („junge“) Aktien ausgegeben, um der Gesellschaft zusätzliches Kapital zuzuführen. „Alte“ Aktien sind dagegen solche, die schon vor einer Kapitalerhöhung vorhanden waren. Die Inhaber von „alten“ Aktien erhalten in der Regel Bezugsrechte auf „junge“ Aktien.

Die Chancen und Risiken von Aktien

Aktien sind leicht handelbare Anteilsscheine am Eigentum eines Unternehmens. Zur Weitergabe sind (außer einer Mitteilung an die Gesellschaft bei Namensaktien) praktisch keine Formerfordernisse zu erfüllen.

Aktien bieten zum einen eine Beteiligung am Ergebnis der jeweiligen Gesellschaft. Erwirtschaftet diese einen Gewinn, so beschließt die Hauptversammlung über dessen Verwendung. Bis auf einen gesetzlich vorgeschriebenen Teil, der als Reserve zurückgelegt werden muss (grundsätzlich 5% des Jahresüberschusses) kann der Gewinn an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet werden oder zur Erhöhung der Liquidität des Unternehmens zurückgelegt werden. Bei einer Ausschüttung erhalten die Anteilseigner/innen eine entsprechende Verzinsung ihrer Investition.

Zum anderen können Aktionärinnen und Aktionäre auf eine Wertsteigerung des Unternehmens und damit ihrer Aktien hoffen, was bei einer Gesellschaft, die Immobilien in Wachstumsregionen besitzen, durchaus wahrscheinlich ist.

Wie bei jeder unternehmerischen Investition ist aber natürlich auch bei Aktien ein Wertverlust (zum Beispiel bei einem Einbruch des entsprechenden Immobilienmarkts) nicht auszuschließen. Ganz klar gilt also auch für Geldanlagen in Aktien: Nicht alles auf eine Karte setzen! Investieren Sie nur so viel, wie Sie schlimmstenfalls als Verlust verkraften könnten.  

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