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Zukunftsfähigkeit - Strategie auf mehreren Säulen

Autor/in

Prof. Dr. Ulrich Otto Prof. Dr. Ulrich Otto

Datum

17.05.2025

Schlagworte

  • Netzwerk
  • Projekte
  • Pfrondorf
  • Unternehmen
  • Fortbildung
  • Konzepte
  • Neue Nachbarn
  • Unterjesingen

Gut und bezahl­bar wohnen ermög­lichen. Das hieß für uns zualler­erst: Gute eigene Woh­nun­gen bauen, im Bestand halten und nach­haltig bewirt­schaften. Und mit guten eigenen Häu­sern zugleich gute Quar­tiere, das Gemein­wohl und neue Ideen zukunfts­fähigen Woh­nens voran­bringen.

Das lief 10 Jahre gut. Mit dem Neschtle ging ’s grade noch. Mit der dop­pelten Kosten­krise aber – Bau­kosten- und Zins­ex­plosion – kommen wir hier aktuell nicht weiter. Gut und bezahl­bar wohnen ermög­lichen – hier wollen wir aber partout weiter kommen. Indes: das geht ja nicht nur mit eigenen Häusern. Die Ana­logie zur Sharing-Society ist deutlich: wir müssen dazu nicht zwangs­läufig Wohnungen produ­zieren, sondern Wohnen­können her­stellen.
20250516_HV-2024_Feucht%20%2815%29_bearb Uli Otto beschreibt auf der HV 2025 die künf­tige Mehr­säulen­stra­tegie

Schon bisher haben wir ja genau in dieser Perspek­tive als zweites Stand­bein entspre­chende Aktivi­täten verfolgt, neben dem Bauen eige­ner Häuser. Nun stellen wir diesen Bereich in den Mittel­punkt unserer laufen­den Strate­gie­ent­wicklung – beflügelt durch den erfolg­reichen Ab­schluss des Neschtles, die Co-Struktur im Vor­stand und den enga­gierten und kompe­tenten Aufsichtsrat
Seit Herbst arbeiten wir inten­siviert an einer Mehr­säulen­stra­tegie. Der bis­herige Kern mit den wert­hal­tigen Immo­bilien in eigenem Be­stand und eigener Bewirt­schaf­tung sowie der AG-Struktur bleibt auch künftig eine starke Säule – nur die Aus­sichten auf weiteren zeit­nahen Ausbau beur­teilen wir verhal­tener. Deshalb wollen wir mehrere schon ange­legte Akti­vi­täten zu mit­tragen­den Säulen aus­bauen.

Wie beschrei­ben? Am verständ­lichsten viel­leicht von unseren längst ange­legten Grund­lagen und Erfah­rungen bezüg­lich dieser Strate­gie­säulen aus. Damit wird beides deutlich: sowohl die in ihnen enthal­tene genuine nest­bau-DNA als auch deren Zukunfts-Poten­zial – klar über nur behut­same Evo­lution hinaus. Hier und heute nur im Tele­gramm und zu­nächst nur mit Arbeits­titeln, noch ohne Organi­gramm und Rechts­form­auskünfte.
20250522_nestbau-Mehrs%C3%A4ulenstrategie-leer

Zukunfts-Säulen auf trag­fä­higen Fundamenten

(1) Die Säule „Eigen­projekt­ent­wick­lung“ bleibt erhalten –stabil wesent­lich reprä­sen­tiert durch unseren Bestand.
(2) Die Säule „Fremd­projekt­ent­wick­lung“ lässt sich beispiel­haft an zwei Projekten verdeut­lichen: Zunächst am „Neue Nach­barn“-Haus. Die nest­bau AG hatte die Idee und hat sie ausge­ar­beitet (von der inhalt­lichen Gestaltung einer Ziel­gruppen- und Haus-Struktur bis zum Rechts­form- und Finan­zierungs­konzept). In der für Tübin­gens Wohn­szene fast unbekannten Form der GmbH & Co KG. Es wurde ein viel­beach­tetes Erfolgs­projekt. Es ist ein Gemein­wohl­haus, die nestbau hat es weitge­hend erdacht und erstellt. Aber es gehört nicht ihr, sondern gemein­schaft­lich mehr als 100 Bür­gerin­nen und Bürgern, den Komman­di­tist:innen.
Zweites Beispiel: die Genos­sen­schaft „Unter­je­singen. gut. leben – in jedem Alter eG“. Sie wurde nicht ganz so voll­ständig, aber eben­falls zu großen Anteilen mit durch die nest­bau ausge­brütet und einge­spurt.

Wir sondieren hier intensiv an weiteren Segmen­ten, für die sehr deut­liche Bedarfe bestehen, die mit teils neuen Ziel­gruppen, zuweilen auch mit Förder­pro­gram­men zu tun haben – nur stich­wortartig:

  • So wie in Unterjesingen Genossen­schaften anschieben und auf den Weg bringen (ggf. in einer Dach­struktur). Gern lassen wir uns da durch das Internationale Jahr der Genossenschaften der UN bestärken.
  • Mit bzw. für Unter­nehmen maß­ge­schneiderte Rechts-, Organi­sations- und Finanzierungsformen für Mitarbeitendenwohnen erarbeiten.
  • Konzepte, Begleitung und Projekt­entwicklung für den groß­flächig ange­laufenen kirch­lichen und gemeind­lichen Such­prozess, was mit den Kirchen-Immo­bilien und -grund­stücken gesche­hen könnte, anbieten. Statt Verkauf an einen Investor also Ideen begleiten, wie die Gemein­de­mit­glieder beispiels­weise die Kern­gruppe von Komman­di­tist:innen bilden könnten, um aus dem Schatz an Flächen und teil­weise Häusern ebenso dauer­haft wie gemein­wohl­orientiert bewirt­schaf­tete Orte und Häuser werden zu lassen.
  • Oder Ideen umset­zen, wie her­kömm­liche Bau­gruppen auf Gemein­wohl­orien­tie­rung gepolt werden könnten.
  • Schließlich unsere aktuelle Prü­fung einer Rechts­formen-Kombi­nation: was könnte ein Ver­bund aus AG, KG und eG bringen?

Wenn es uns noch stärker gelingt, maß­geblich solche Projekte umsetzen zu können, löst die nest­bau damit ihre wohn­wirt­schaft­lichen und -poli­tischen Ziele ohne Abstriche ein. Aber ohne eigenes Eigen­tum an den Pro­jekten. Finan­ziell wird diese ebenso kreative wie heraus­for­dernde Arbeit über Hono­rare ent­golten.
Birkach-Plan_verfremdet nur als 1 Beispiel: nestbau AG für eine exponierte Kirchenimmobilie angefragt

(3) Die weitere Säule „Projekt­steue­rung“ ist vielen geläu­figer. Hier werden Bau­herren­funk­tionen im Auftrag über­nommen – in Tübingen ist das bspw. von Bau­gruppen­be­treuern und -steuer­innen bekannt. Klassischer­weise ist das eine eher bau­be­zogene Tätig­keit – aber schauen wir noch­mal auf das aktuelle nest­bau-Bei­spiel der Unter­je­singer Genossen­schaft: Dort über­nehmen wir eine viel umfas­sen­dere Projekt­steuerung, wie sie eben gerade von partizi­pativen, zivilge­sell­schaftlich und gemein­wohl­orientiert geprägten Initia­tiven oft gebraucht wird. Und wichtig für unser inte­griert ange­legtes Mehr­säulen-Port­folio: in eben diesem Unter­je­singen war die Steue­rung ein Folge­auf­trag aus der vorher­gegan­genen „Inku­bator“-Säule – auch dies ist bei größeren Pro­jekten durch­aus häufi­ger, und von Gewinn für beide Seiten.
20250519_Flexi-Konzept_Grundrisse-normal-WE Schon exponierterer Steuerungs­beitrag: Flexi­bili­sie­rung der Unter­je­singer Grund­risse

(4) Die Säule „Immobi­lien­manage­ment“ fahren wir ja bereits mit den Bestands­häusern – aber mit der mehr­fach deutlich gemachten Heraus­for­derung: Eine runde Verdop­pelung der bewirt­schaf­teten Quadrat­meter würde mehr Effi­zienz ebenso ermög­lichen wie solide Urlaubs­ver­tretungen und das Abfangen von Spitzen usw. WEG-Häuser (Woh­nungs­eigen­tümer­gemein­schaften) wollen wir hier aus mehre­ren Grün­den nicht über­nehmen. Aber Bewirt­schaf­tungs­aufträge gemein­wohl­orien­tierter Woh­nungs­akteure würden uns dem Ziel pass­genau näher bringen – etwa von Genos­sen­schaften oder GmbH-& Co KG-Häusern. Auch Mehr­fa­milien­häuser von Privat­leuten kommen infrage.

(5) Schließlich eine Säule „Bildung, Politik­bera­tung, Projekte­con­sulting“. Wir können hier anknüpfen an sehr viele Bera­tungen, Vor­träge usw. aus vielen Jahren. Ulrich Otto als begeisterter und sehr enga­gierter Akteur ist hier ebenso eine deut­liche Verstär­kung des inter­nen Poten­zials wie etwa einige unserer Aufsichts­rät:innen. Und auch hier bieten wir schon vieles und mit großer Reso­nanz seit langem an – aber bislang eher noch in Form ausge­wählter Mosaik­steine. Nachge­fragt werden wir von Stadt­rät:innen und Gemein­de­verwal­tungen, von Bürger­meister:in­nen und Orts­vor­ste­her:innen, ebenso von Fort­bildungs­anbietern, von Verbän­den, von Veran­staltungs­machern. Wir wollen dies erkenn­barer, aufein­ander auf­bauender, integrier­ter ausge­stalten. Und entspre­chend syste­ma­tischer und mindestens kosten­deckend als Angebot positio­nieren und vermark­ten: unser sowieso vorhan­denes Wissen, unsere Vermitt­lungs- und Konzep­tions­kom­petenz, unsere Bera­tungs­erfah­rung mit den unter­schied­lichsten Stake­holdern.
20250522_nestbau-Mehrs%C3%A4ulenstrategie

Die Perspektive

Soweit im Tele­gramm die Kon­turen einer Mehr­säulen­strategie.

  • Die Kompe­tenzen dazu haben wir. Inter­diszi­plinärer aufge­stellt als die meisten anderen Projekt­entwick­ler.
  • Die soliden Erfah­rungen im kom­plexen Feld bezahl­baren gesell­schafts­kom­patiblen Wohnens haben sich breit und über­regio­nal herum­ge­sprochen.
  • Unsere Lust und Kompe­tenz in Sachen inno­vativer Wohn­pflege­kon­zepte, Quar­tiers­orien­tierung, new work und neuartiger Gemein­schafts­wohn­konzepte ebenso.
  • Wir sind stark darin, diese vielen sehr unter­schiedli­chen Aspekte ganz­heit­lich mit­ein­ander zu ver­knüpfen.
  • Und sie zündend und nach­haltig bei den Men­schen und in den Gemein­wesen zu veran­kern.
  • Bei allem haben wir einen hervor­ra­gen­den Ruf als glaub­würdiger, enga­gierter Partner, dem es um die Sache geht. Um eine Sache, die gesell­schaft­lich immer noch wichtiger wird.

Mit diesem Pfund wollen wir nun deutlich syste­ma­tischer wuchern. Aber nicht zu Wucher­preisen, sondern ebenso aus­kömm­lich wie gemein­wohl­orien­tiert. Wir son­dieren gründ­lich, arbei­ten kon­zep­tio­nell weiter, ver­netzen uns syste­ma­tisch. Und viele Teil­ele­mente ent­wickeln wir im kon­kreten Tun, An­bieten und Aus­pro­bieren weiter. Dabei lernen wir aus der Reso­nanz ganz direkt – und freuen uns über unser Stan­ding in der Fach-, Öffent­lich­keits- und Pro­jekte­szene. Dort und bei denen also, wo auch die dann ausge­bauten Säulen starke und nach­ge­fragte Ange­bote sein sollen.

  • Der Beitrag steht leicht verän­dert auch im Ge­schäfts­be­richt 2024
  • zu unserem schon länger beste­hen­den Be­reich "Bera­tung & Pro­jekt­steue­rung"
  • zum Bericht von der HV 2025
  • Nachtrag 2026: das Zusatz­ele­ment "Kombi AG-KG+eG
Hauptversammlung '25 - gut besucht und vorwärtsblickend nestblick-06-2025

© nestbau AG

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