Neschtle skalieren - aber wie?
Autor/in
Datum
Schlagworte
Auf das Neschtle fokussierte sich nun jahrelang ein Großteil der internen nestbau-Aufmerksamkeit. Aus zahlreichen Gründen: Finanzierungs-Zitterpartie bis zum Baustopp, Vorzeigehaus in Sachen Holz und Sonnenenergie u.a.m. Vor allem aber: Weil das nestbau-Team mit Vordenker Gunnar Laufer-Stark es als veritables Pilotprojekt sah: als skalierbaren Prototyp für eine dorfbezogene Teilstrategie "nestbau-auf-dem-Land". Auch die externe Aufmerksamkeit war hoch: Das Projekt gilt als exemplarischer Vorreiter in Sachen Wohnflächensuffizienz - und zwar gerade mit Blick auf ältere Menschen, die bislang in zu groß gewordenen Einfamilienhäusern leben. Transparent und lernend mit Erfahrungen umzugehen ist für uns ein nestbau-Essential: gut eineinhalb Jahre nach Bezug ziehen wir deshalb eine Zwischenbilanz.
Die Neschtle-Idee und ihre Umsetzung
Konzept: Ein zentraler Impuls des Neschtle:
(1) attraktive Angebote machen, damit es attraktiv wird, die individuelle Wohnfläche zu verkleinern, Platz freizumachen (2) und zwar genau dort, wo gerade ältere Menschen auf den größten Flächen leben: in den Einfamilienhausgebieten... (3) womit im besten Falle nahräumliches Umziehen möglich wird.

Dem diente ein Bündel von Merkmalen:
- Ein wohnliches und ökologisch vorbildliches Holzhaus sollte es werden.
- Mit einem einfachen aber ebenso vorbildlichen Energiekonzept: dem riesigen Warmwassertank, um ganzjährig per Solarthermie so viel Sonnenwärme wie möglich einsammeln zu können.
- Damit sollte zugleich die Gesamtmiete erträglich bleiben, die ja sehr stark von den Heiz- und Warmwasserkosten abhängt.
- Außerdem war klar: das Haus soll hohe Standards der Barrierefreiheit haben,
- es soll durch Gemeinschaftsräume den individuellen Wohnflächen"verzicht" zu einem Gewinn machen und Alterseinsamkeit gegensteuern,
- es soll bei Bedarf auch eine Betreuungs- oder Pflegekraft in einem kleinen Appartement im Haus leben können.
Rückblick: Umsetzungsschritte
- Ganz früh: Konzeptsuche zusammen mit der Uni Karlsruhe.
- Vor über einem halben Jahrzehnt wurde der Erbbaurechtsvertrag beurkundet
- Die Konturen des Neschtle als mehrdimensionales Modellprojekt. werden immer klarer
- Der SWR filmt eine Längsschnitt-Doku, die mehrere Etappen lebendig zeigt - incl. dem schmerzlichen Baustopp. Die Doku bekommt sogar den GIF-Journalistenpreis,
- das Haus ist seit Anfang 2025 bezogen,
- vor wenigen Monaten wurde die Ökobilanzierung abgeschlossen.
Neschtle-Skalierung: zentrales nestbau-Strategieelement
In der Summe dieser Merkmale war es sehr plausibel, dass bis vor nicht allzu langer Zeit als klares nestbau-Ziel formuliert wurde: wir wollen das Neschtle als Blaupause nutzen, um es zu skalieren. Also mehrfach umsetzen, am besten baugleiche Exemplare. Gerade die dutzendfachen Außenanfragen seitens ländlicher Gemeinden, Ortsvorsteher:innen sowie dörflicher Initiativgruppen legten dies nahe. Ebenso die rasch erstarkende Suffizienzdiskussion - Stichwort: nehmen die Älteren Familien und anderen den dringend benötigten Wohnraum weg?
Hinzu kamen gerade aus Sicht von Gunnar Laufer-Stark nicht zuletzt sehr ernüchternde Erfahrungen etwa aus dem viel größeren und bezüglich Auflagen und Haustechnik viel komplizierteren Mehrgeschosser in Kirchheim. Sehr gute Argumente also für eine strategische Stärkung dörflichen Bauens: "nestbau-Land" - neben den mehrfach umgesetzten "nestbau-Stadt"-Projekten.
Ja, die nestbau und ihr Gründer Gunnar Laufer-Stark sind stolz auf das Neschtle in Pfrondorf. Und die breite Öffentlichkeit sowie das Fachpublikum beachten es unverändert stark - als Trendsetterhaus in Sachen Wohnflächensuffizienz
Evidenzbasiertes Lernen
Gut eineinhalb Jahre ist das Haus nun bewohnt - und damit in der Realität angekommen. Das aktuelle nestbau-Team um Ulrich Otto nimmt dies zum Anlass, durchaus auch (selbst-)kritisch eine Zwischenbilanz zu ziehen. Für das Team bedeutet unser Claim "nest. Nachhaltig, ethisch, sicher, transparent" genau t geradezu eine Selbstverpflichtung zu solcher Offenheit. Und Uli Otto stand schon als Wohnforscher für diesen Ansatz: nach der "Hochglanzprospekt-Phase" im Projektzyklus empirisch genau hinzuschauen: was bewährt sich (und was auch nicht), wie werden Gehäuse real angeeignet, was lässt sich lernen aus der realen Wohnphase nach einiger Zeit?
Wie stehts um die Ökologische Nachhaltigkeit
Die von uns fürs Neschtle vorgelegte CO₂-Bilanz ist in der Summe tatsächlich beeindruckend: in zwei wichtigen Kategorien werden die QNG-PLUS-Anforderungen erfüllt.
- Es ist ein Holzhaus - ein Löwenanteil der ökologisch bedeutsamen Qualitäten hat damit zu tun. Wir werden für künftige Projekte prüfen, ob auch Holzbau-Varianten mit weniger Materialeinsatz und gleichzeitig höherem (auch KfW-förderfähigen) Effizienzlabel gewählt werden können.
So umfassender Holzbau bedeutet auch hochwertige angenehme Materialisierung und Anmutung innen und außen. Allerdings berichten die Bewohnenden auch von zu geringem Lärmschutz - Das Haus hat eine außergewöhnliche Heizungs- und Warmwasseranlage: Große Solarthermiemodule auf dem Dach und ein mächtiger Warmwasserspeicher sollen dafür sorgen, dass runde 75% der benötigten Energie nicht nur fürs Warmwasser, sondern auch fürs Heizen von der Sonne kommen. Nur eine vergleichsweise kleine Energiemenge sollte durch den Feststoffofen ergänzt werden - insbesondere bei sehr kalten und sonnenarmen Zeiten. Auch hier zeigt die CO₂-Bilanz, dass dieses Heizungssystem die Umweltauswirkungen im Betrieb des Gebäudes deutlich verbessert.
- Eine relativierende Einsicht der CO₂-Bilanz bezieht sich auf das Kellergeschoss - das nicht zuletzt für das gewählte Heizsystem (aber auch für zwei Gemeinschaftsräume) nötig wurde: Der größte Hebel zu noch ökologischerem Bauen besteht in der weiteren Reduktion der Stahlbetonelemente, denn trotz des Holzbaus wurden im "Neschtle" eben immer noch über 300t Stahlbeton verbaut. Dies liegt vor allem am Keller, welcher nicht aus ökologischen Materialien hergestellt werden kann. Wir prüfen deshalb sehr viel stärker als bisher, wie wir in künftigen Gebäuden ganz oder teilweise auf ein Kellergeschoss verzichten können - am Beispiel der grundlegenden Optimierung des "Metzinger Miteinander" deklinieren wir es seit knapp einem Jahr detailliert durch. In städtischen verdichteten Lagen ist es noch herausfordernder, weil dort oft die Stellplatzverpflichtungen fast zwangsläufig eine Tiefgarage vorschreiben. Was sowohl die Kosten als auch die CO₂-Bilanz massiv tangiert.

- Das Thema Klimaanpassung wurde - über den Klimaschutz hinaus - durchaus in vielen Aspekten im Neschtle beachtet. Die Zisternen zur Abpufferung von Starkregen sind dafür nur ein Beleg.
Aus heutiger Sicht würden wir allerdings gerade den sommerlichen Hitzeschutz von Anfang an konsequenter beachten - wenngleich auch er etwa mit dem nördlichen im Sommer wunderbar kühlen Laubengang sehr gute Elemente aufweist. Aber trotz der überkragenden Balkone bzw. Dachvorsprünge im Süden trägt direkte Einstrahlung je nach Sonnenstand klar zu viel Hitze in die Wohnungen ein. In der jüngeren Projektsteuerung in Unterjesingen fahren wir dazu mittlerweile einen sehr konsequenten Kurs.
Ist es ein gemeinschaftlicheres Haus?
Die "Gene des Hauses" in diesem Aspekt sind stark. Sowohl die bauliche Infrastruktur und Gestaltung wie auch die Zusammensetzung der Bewohnenden sollten Gemeinschaft begünstigen - gemeinsam statt einsam, gerade auch im voranschreitenden Älterwerden. Schauen wir ein paar Einzelaspekte genauer an:
- Die Gemeinschaftswohnung im EG war und ist zentrales - und faszinierendes - Konzeptionselement. Sie stellt mit fast 50qm fast ein Zehntel der Wohnfläche des Hauses. Mit Blick auf die eineinhalb Jahre Realleben ist deutlich: sie war keineswegs von Anfang an ein Selbstläufer, die "Aneignung" verlief durchaus verhalten. Das gilt von außen betrachtet bis heute. Und es gab auch Konflikte (Muster: "breitet sich da eine Partei auf Kosten der anderen zu stark aus?"), anhaltende Diskussionen um die Finanzen (Muster: "warum sollen wir Posten xy mitbezahlen, wenn wir den Bereich gar nicht nutzen?")
- Die nochmal ein Stück umfänglicheren Gemeinschaftsflächen im Keller - für Hobbyraum o.ä. - hatten noch stärkere Anlaufprobleme: Sie wurden zeitweise zum Konfliktanlass, weil sie von wesentlich einer Partei als Lagerplatz genutzt wurden. Dass die Kellerräume nicht beheizt sind, ist sicher ein Manko, das zugunsten einer wirklich intensiven durchgängigen Bespielung hätte vermieden werden sollen.
Künftig werden wir bei der Kommunikation von Versprechungen klarer und zurückhaltender sein. Und dem Thema "Anbahnung gemeinschaftlichen Lebens" werden wir mehr Sorgfalt, Vorlauf und ggf. Moderation widmen.
Bezahlbares Wohnen eingelöst?
Die Finanzierung des Neschtle hat die nestbau ja jahrelang in Atem gehalten. Das lag wesentlich an den beiden externen Mega-Themen: Baukostenspirale und sprunghaft angestiegene Finanzierungszinsen. Anfang 2025 aber war sowohl der Bau als auch die Finanzierung geschafft. Unsere Bilanz bezieht sich nach eineinhalb weiteren Jahren auf folgende ausgewählte Aspekte:
-
Wirtschaftliche Baukosten? Aus unserer heutigen Sicht würden künftige Neschtles nur wirtschaftlich sinnvoll darstellbar sein, wenn sie deutlich günstiger gebaut werden - um mindestens 10%, besser 20%. Ein konsequent auf Kosten getrimmter serieller Holzmodulbau könnte sogar mit noch deutlich weniger auskommen - auf Festpreisbasis. Allerdings nicht in einer so kleinen Einheit.
-
Wirtschaftliche Projektierung und Steuerung? Die kleine Einheit bedeutet bei einem Architektenhaus - und darum handelt es sich beim Neschtle trotz teilweisem Holzmodulbau - auch in dieser Dimension eher große Kosten pro qm vermietbare Fläche. Die Steuerung des Neschtle hatte tatsächlich die personellen Kapazitäten im kleinen nestbau-Betrieb sehr weitgehend gebunden. Die "nestbau-Land"-Strategie qua Neschtle-Skalierung wollte freilich entsprechende Skaleneffekte mobilisieren. Allerdings blieben auch dann die hohen Aufwände für jedes Bauprojekt in der Anbahnung, Finanzierung, Genehmigung, Vermarktung usw., die sich durch rein baubezogene Skalierung kaum vermindern lassen.
-
Bezahlbare Kaltmiete? Die Mietkosten lassen sich nicht von den Wohnungsgrundrissen trennen: Schon in Unterjesingen als auch bei der Umkonzipierung von Metzingen haben wir entsprechende Learnings bereits berücksichtigt - vor allem die Orientierung an der Regel "mindestens ein Zimmer mehr als potenziell Bewohnende" - auch um den Preis kleinerer Zimmer.
-
Sonnengedämpfte Warmmiete? Das Heizkonzept mit dem "Ausfallbürgen Feststoffofen" beruhte in Sachen Kostengunst auf der Annahme, dass es in einem so gemeinschaftlichen Haus gelingt, dass die Ofen-Beschickung wesentlich durch die Bewohnenden getragen wird. Selbstkritisches Fazit: Zumindestens in den ersten beiden Wintern ist dies nicht gelungen - besser: ist uns dies nicht gelungen. Stattdessen fuhr das Personal in kalten Wochen häufig nach Pfrondorf, auch unsere woanders wohnenden Hausmeister übernahmen viele Einsätze - mitsamt zeitfressenden Anfahrten. Die Nebenkostenabrechnungen erzeugten nun erheblichen Ärger, weil die Hausmeisteraufwände teils dort "umgelegt" werden mussten. Im Ergebnis eher das Gegenteil von kostengünstiger Heizung.
Immerhin: Ganz aktuell hoffen wir sehr, dass u.a. durch neue Mietende doch eine sehr günstige Lösung über 2 Mini-Jobs gefunden werden kann. Dann kämen zu diesen Kosten tatsächlich nur die rund 1.200 € Kosten fürs Holz. Fürs ganze Jahr, fürs ganze Haus, für den gesamten Wärmebedarf für Wasser und Heizung.
Woimmer eben Bauen selbst nicht viel billiger zu haben ist, ist es besonders schade, dass jene weiteren sharing-nahen und stark Nebenkosten-dämpfenden Pläne, wie sie etwa Uli Otto in Unterjesingen realisiert, beim Neschtle nicht zum Einsatz kommen: z.B. gemeinschaftliches Internet, das die vielen teuren Einzelverträge vermeidet. Dazu gehört auch die Frage nach der nicht-realisierten Photovoltaik - die ebenfalls bei einem einzigen Gemeinschaftsstromvertrag zu bemerkenswerten Eigenstromverbräuchen - und damit Sparpotenzialen - führen kann. -
Zu teure Gemeinschaftsinfrastruktur? Die kleine Einheit führt hier ebenso zu vergleichsweise hohen Kostenanteilen wie einige bewusste konzeptionelle Entscheidungen - etwa für die geräumigen zusätzlichen Kellergemeinschaftsräume. Faktisch wird ein Teil dieser Kosten über eine leicht nach oben korrigierte Miete - in Absprache mit der Stadtverwaltung - von den Mietenden bezahlt. Dass das EG-Appartement im Prinzip baulich jederzeit so ausgelegt ist, dass es auch als eigenständige Wohnung genutzt werden könnte, hält immerhin diese Option für die Zukunft offen.
-
Die Erfahrungen nach bereits mehreren Mieter:innen-Wechseln zeigen: Die Miethöhe schreckt tatsächlich sehr viele potenziell Interessierte ab, trotz der angespannten Wohnungslage. Und trotz der baulichen Qualitäten und der Barrierefreiheit. In Verbindung mit der Teilortslage sowie den Grundrissen bei den etwas größeren Wohnungen, die für Zweipersonenhaushalte außer in einem Fall kein zusätzliches Zimmer aufweisen, ist das ein echtes Handicap, das schon Leerstände bedeutete.
Nahräumliche Umzüge real angereizt?
Dies Merkmal ("Suffizienzmagnet") haben wir selbst besonders stark kommuniziert - es wurde zugleich von der Öffentlichkeit besonders stark aufgenommen. Das Resümee ist allerdings durchaus verhalten. Um weiteren Leerstand zu vermeiden mussten wir schon häufiger von unserem im Prinzip ja sehr gut begründeten Kriterienset abweichen. Das ist kein Einwand gegen das Hauskonzept. Sondern zeigt einfach, wie schwer die "Steuerung" oder "Incentivierung" von individuellen Wohnflächenverkleinerungen ist. (Das von Uli Otto gesteuerte Unterjesingen-Projekt kennt das Problem in ähnlicher Weise, hat aber deshalb viel mehr Vorlauf und fast gruppendynamische Begleitung bei der Vergabe eingeplant).
Barrierefreiheit
In Sachen Barrierefreiheit hat das Haus hohe umgesetzte Standards - selbst in der kleinsten Wohnung. Dass Barrierefreiheit auch an kleinen Details hängt, wurde teilweise nicht detailsensibel genug gesehen - wenn etwa bei den einzigen dafür geeigneten Flächen für E-Rollstühle oder E-Scooter keine E-Lademöglichkeit vorhanden istl
- Ein nicht nur marginaler Wermutstropfen ist nun gottseidank bald Geschichte: Der Garten und die Parkierung waren bislang nicht angelegt und insofern alles andere als barrierefrei - auch dies eine Folgewirkung der hohen Kosten, die für den Gartenbau fehlende Liquidität und damit Aufschub bedeuteten. Wir sind sehr froh, dass diese Arbeiten aber in Kürze abgeschlossen sind. Die Eineinhalb-Jahres-Erfahrungen zeigen uns aber auch:
- Sosehr die durchaus opulent ausgelegten Bad-Grundrisse von den Bewohnenden geschätzt werden, sosehr verweisen sie auf einen Zielkonflikt. Denn jeder qm kann nur einmal verwendet werden. Und so stehen für Wohnen und Schlafen usw. geringere Flächen zur Verfügung... oder muss die Wohnung größer sein. In den aktuellen Projektvorbereitungen planen wir deshalb im Regelfall mit der immer üblicheren 4-4.5qm-Auslegung - jedenfalls wenn Waschmaschinen wie im Neschtle in Kollektivräumen Platz finden.

- Ein Aufzug für nur 8 Parteien und 2 Wohngeschosse? Unverändert ja: wir stehen unverändert zum Thema baulicher Inklusion. Und ja: sowohl die Baukosten als auch v.a. die Betriebskosten dafür sind in einer so kleinen Einheit überproportional hoch. Unser mehrfach angedeuteter Weg, auch "nestbau-Land" möglichst mit größeren Gehäusen umzusetzen, wird ganz klar auch durch diese Erfahrung befördert.
Neschtle-Skalierung? Unser Reim drauf
- Aus unserer aktuellen Sicht können wir uns solche Baukosten pro qm Wohnfläche (und auch pro Wohnung) definitiv nicht mehr leisten. Deshalb haben wir versucht, gerade während der begrenzten nestbau-Zeit von Ulrich Otto hier einen starken Akzent zu setzen. Stand Herbst 2026 verfolgen wir deshalb auch bei der - von uns unverändert für sehr wichtig und chancenreich gehaltenen - Strategie nestbau-Land vor allem größere Einheiten, weniger internen Projektsteuerungsaufwand (und zwar bezogen auf die Wohnfläche), ggf. auch serielle Bauweisen.
- Wir haben bei der Zusammensetzung der Bewohnenden nicht genügend sorgfältig gehandelt: Gerade bei (1) kleinen Häusern mit (2) vergleichsweise großen Gemeinschaftsflächen ist es außerordentlich schade, wenn dieses doppelte Potenzial nicht wirklich zum Tragen kommt.
- Die Grundsatz-Idee "Suffizienzmagnet" hat nichts von Ihrer Faszination und dringenden Notwendigkeit eingebüßt: solche Wohnkonzepte anzubieten, die orts- und quartiersbezogen als attraktive Umzugsoption für Menschen mit "(zu) großen Wohnflächen" erscheinen. Diese Idee - neudeutsch "Suffizienz" - wird mittlerweile überall als matchentscheidend angesehen - da wir immer mehr kapieren, dass "bauenbauenbauen" die Wohnungs- und Mietenkrise nicht (rasch) genug entschärfen wird. Eine umfassende Ausrichtung auf nahräumliche Umzugsprozesse und sehr attraktive Gehäuse für individuelle Wohnflächenverkleinerung behalten wir vollständig bei. Dieser Neschtle-Grundsatz war verita ler Trendsetter. Aber auch hier ist im weiteren zeitlichen Verlauf eine größere Wohnanlage mit differenzierterem Wohnungsangebot leistungsfähiger.
- Auch die Grundsatz-Idee "Fokussierung 'nestbau-Land'" ist ungebrochen wichtig und chancenreich. Das heißt - Sicht heute - aber eben nicht per se kleine Gehäuse mit ihren eben kaum vermeidbaren prinzipiellen (Kosten-)Nachteilen. Das bilden wir auch in unserer in 2026 erarbeiteten Projektepipeline klar ab.
So bleibt das Neschtle ein faszinierendes nicht nur Vorzeige-, sondern eben auch Experimentalhaus. Und gerade darin eine tolle Lernchance, die wir agil nutzen.