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Die nestbau AG auf dem Holzweg

Autor/in

Markus Buckenmayer Markus Buckenmayer

Datum

03.03.2022

Schlagworte

  • Netzwerk
  • Bauen & Klima
  • Holzbau

Bauen & Klima

  1. Wie sind die Umweltauswirkungen unserer Bautätigkeiten?
  2. Klimakiller Bau: Unsere Recherche
  3. Die nestbau AG auf dem Holzweg

Nach intensiver Recherche zu den Umwelt­wirkungen des Bauens (siehe Teil 1 und Teil 2 unserer Mini­serie) wird immer klarer, dass für ein öko­lo­gisches Gebäude am Holz­bau kaum ein Weg vorbei­führt. Die nestbau AG hat sich daher auf den „Holzweg“ ge­macht und mit ver­schie­denen Akteuren des Holzbaus gesprochen. Ziel ist es, das erste nestbau-Holzhaus zu realisieren!

EURBAN

Einer unserer ersten Holzbau-Kontakte war das auf die „Cross Laminated Timber“ (CLT)-Technologie spezia­li­sierte Büro EURBAN aus London. Aufgrund des hohen Vor­ferti­gungs­grades und der modu­laren Bau­weise aus ver­leim­ten Massiv­holz­platten ließen sich laut EURBAN mit dem Massiv­holz­bau sogar Kosten­vorteile gegen­über der kon­ven­tio­nellen Stahl-Beton-Bauweise reali­sieren. Diese Aus­sage war für uns zunächst sehr über­raschend - bis­herige Quellen haben meist von gut 10 % höheren Kosten berich­tet. Nach einer beispiel­haften Kosten­vergleichs­schätzung mit dem besteh­enden nestbau-Haus in Tübingen-Hirschau erwies sich eine Kosten­einspa­rung durch den Bau in CLT-Techno­logie jedoch tatsäch­lich als rea­listisch. Zusätz­lich zu der erheb­lichen öko­lo­gischen Verbes­serung wäre das eine wahr­haftige Win-Win-Situation. Wir haben EURBAN daher mit einer Detail­studie für das Projekt in Pfrondorf beauftragt.

Mehr Informationen zu CLT finden Sie in unserem Blogbeitrag „Eine Vorstellung von Massivholz als nachhaltige, moderne Bauweise“.

Kampa

Die Kampa GmbH in Aalen/Waldhausen ist mit gut 400 Mit­arbei­tern einer der größten Fertig­haus­anbieter in Deutsch­land und hat sich neben Ein­familien­häusern auch im Objekt­bau auf den Baustoff Holz, konkret die Holz­rahmen­bauweise spezialisiert. Nach der Besich­tigung einer vom Kampa reali­sier­ten Wohn­anlage mit 5 Wohnein­heiten in Ober­kochen im Dezember 2020 ver­stärkte sich unser Ein­druck, dass auch mit Kampa bezahl­barer Wohn­raum aus Holz möglich ist. Wir haben Kampa daher mit einer Bau­gesuchs­planung für das Projekt der Baugruppe in Tübingen-Unterjesingen (nestbau über­nimmt die Projekt­steuerung) beauftragt.

Architekturagentur Stuttgart

Mitte Januar 2021 besichtigte die nestbau AG das von der architektur­agentur reali­sierte, inno­vative Mehr­familien­haus MaxAcht. Alle tragenden Wände und Decken abge­sehen vom Keller sind aus komplett leim­freiem Massiv­holz. Die Stabi­lität wird durch eine Kombi­nation aus ineinander gesteckten Längs- und Querbalken erreicht. Der Ver­zicht auf Leim fördert die Bau­gesund­heit und verein­facht das Recycling des Holzes. Unter dem Strich wurde durch die Massiv­holz­wände und den sehr geringen Ein­satz minera­lischer Bau­stoffe erreicht, dass das MaxAcht bezogen auf den Bau CO2-neutral ist. Dies bedeutet, dass das verwen­dete Holz mehr CO2 spei­chert, als durch die Her­stel­lung der anderen Bau­stoffe und die Bau­tätig­keit emit­tiert wurde. Ein im Bau CO2-neutrales nestbau-Haus, welches zudem Ver­bes­serungen der Bau­gesund­heit erreicht und die Recycling­frage adres­siert, ist eine groß­artige Vision. Ob ein solches Projekt auch finanziell mach­bar ist, muss noch abge­schätzt werden. Wir bleiben hierzu mit der architektur­agentur in Kontakt.

Grünspecht eG

Anfang Dezember 2020 entdeck­ten wir die Zim­merei Grünspecht eG aus Frei­burg, welche sich seit gut 2½ Jahren auf den Holz-Stroh­ballen­bau fokus­siert. Bei dieser Bauweise werden speziell zuge­schnit­tene Stroh­ballen in die Holz­rahmen­wände einge­passt und fungieren so als Däm­mung. Gleich­zeitig bietet das Stroh die ideale Ober­fläche zum Auf­bringen des Lehm­putzes, und so kann auf Leim und synthe­tische Dämmung ver­zich­tet werden. Mit Holz aus regio­nalen Wäldern, Stroh­ballen aus Baden-Württemberg und Lehm ist das Kon­zept der Grünspecht eG aus öko­lo­gischer Sicht auf jeden Fall die beste Wahö. Zudem würde die Firmen­philo­sophie der als genossen­schaft­lichen Zimmerei organi­sierten „Grünspechte“ sehr gut zur nestbau AG passen. Wir haben sie daher im Mai 2021 besucht und sind gespannt opti­mistisch, ob ein gemeinsames Projekt in Freiburg möglich wird.

Was bedeutet die Gemeinwohl-Bilanz für die nestbau AG? Schwäbisches Tagblatt 01.04.2022: "Ein Neschtle für Senioren"

© nestbau AG

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