Unterjesingen: 4-Dächer-Richtfest
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Den ersten Satz der letzten Unterjesingen-Blogs lassen wir einfach stehen: "Die positive Energie erwies sich als einer der wichtigsten Treiber", so schrieben wir vor dem Spatenstich vor gut einem halben Jahr. Denn er stimmt noch immer - und ist immer noch eine der wichtigsten Ressourcen für dies beispielgebende Projekt. Denn auch im letzten halben Jahr ging es dort genau so positiv und energetisch weiter - zweites Halbjahr Baustelle. Heute erneut nur ein kleiner Bilderbogen, zugleich Einladung zum Richtfest:
Die Südansicht, zugleich ein erster Farbvorschlag. Tatsächlich ist der Bau seit kurzem auch im Haus Ost beim First angelangt:
Haus Ost und Mitte schon eingedeckt, Haus Ost nun mit Dachstuhl. Und am oberen Bildrand das Scheunendach, das derzeit mit großartigem ehrenamtlichem generationenübergreifenden Engagement - im Norden mit den alten Ziegeln - eingedeckt wird:
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Steuernd ein besseres Haus schaffen
Es ist sicher eine sehr persönlich geprägte Uli-Otto-Projektsteuerung:
- jede Woche dafür zu nutzen, das schon lange entworfene Projekt in vielen kleinen Schritten in Summe sehr viel besser zu machen.
- Und mit den anderen tollen Akteur_innen sorgfältig zu schauen, dass die o.g. positive Energie immer neue Nahrung erhält, dass Kooperation mit allen Beteiligten gelingt.
- Und dass gleichzeitig das Bauliche, das Soziale, das Ökologische, das Quartiersbezogene, das Betreuungs- und Versorgungsbezogene vorankommt - eben: ganzheitliche Projektsteuerung.
Dazu nur drei ausgewählte Beispiele:

(1) Der Dachspitz sollte ursprünglich ungenutzt bleiben. Trotz Architektenbedenken in Sachen Aufwand für Umplanung usw.: Wir haben Grundrisse und Bauaufwand getestet, die Fluchtwege brandschutzgerecht gestaltet und Fenster umgeplant - alle DG-Wohnungen wurden zu Galeriewohnungen, mit einem überzeugenden Ergebnis: Im Vergleich zu den Mehrkosten überproportional viele Mehr-qm. In hochattraktiven Wohnungen deutlich mehr vermietbare Wohnfläche. Einige davon sind nun durch die Galeriebereiche viel besser geeignet speziell für 2-Personen-Nutzung als ohne Galerie

(2) Bilder oben: Schiebeladenlamellen für Hitzeschutz optimieren; darunter: Dachbelegung mit PV-Modulen. Das Thema Hitzeschutz und Klimaanpassung war in der Genehmigungsplanung noch schwach entwickelt - viel zu schwach für uns als Projektsteuerer. Vorgabe also - auch bei wenig Begeisterung der Architekten:
(a) wenn schon die ästhetisch gewünschten Schiebeläden, dann solche, die beides können: vollständig die Sonne draußen halten und trotzdem Durchblick nach draußen und helle Wohnungen ermöglichen. (Hier haben wir auch vom Neschtle gelernt, das beim Hitzeschutz noch nicht so konsequent optimiert war). (b) Ursprünglich "vergessen": die Dachflächenfenster bekommen alle eine außenliegende Jalousie. (c) Eine Klimaanlage für die Arztpraxis kommt, für die Pflege-WG wird alles so vorgerüstet, dass sie kommen kann. Die große PV-Anlage mit Batteriespeicher und hemdsärmligem aber wirkungsvollen Mieterstrom macht das auch ökologisch verantwortbar. (d) Mit der großen Zisterne und vielen Rankhilfen wird jetzt schon an Begrünung und Beschattung gedacht.
(3) Die Scheunensanierung ist viel mehr als einfach eine bauliche Denkmalsanierung. In Unterjesingen gelingt eine eindrucksvolle Einbeziehung von bürgerschaftlichen Bauhelfer:innen - für das finanziell eigentlich gar nicht stemmbare tolle Projekt im Projekt zum Beispiel Dacheindeckung); (zum Beispiel Strohlehmaktion). Und die Projektsteuerung ist auch dafür zuständig, dass auch hier der Hitzeschutz ertüchtigt wird, ein tragfähiges Betriebs- und Bespielungskonzept entwickelt wird und dafür Engagement mobilisiert wird. undundund...
Auch beim Geld ganzheitlicher steuern
- Markus Buckenmayer ist nicht nur unser Finanzierungs- und Kostenrechnungsspezialist, sondern auch der L-Bank-Experte. Ihm ist es zu verdanken, dass im Juni nach kompliziertesten Anträgen die lang ersehnte Botschaft kam: Gut 1 Mio. € Förderung für die "Sozialwohnungen" bewilligt.

- Ebenso erfreulich aber: obwohl diese Million Stand heute noch gar nicht ausgezahlt wurde, konnte die Genossenschaft bisher den ganzen stattlichen Bau mit seinen mittlerweile vielen Gewerken aus Eigenmitteln und solidarischen Darlehen bezahlen - ohne den KSK-Bankkredit anfordern zu müssen. Das ist echt ein Husarenstück. Es ist der Geno und uns in Unterjesingen gelungen, was sonst kaum irgendwo klappt: nämlich viel viel mehr als runde 10% als solidarische Einlagen einzuwerben - im Kuchendiagramm ein starkes Viertel, oben rechts. Der Finanzierungsmix sieht so aus:

- Auch die nestbau AG kann aus dieser hautnahen Finanzierungserfahrung ganz viel lernen: (1) Immerhin gelingt es in Unterjesingen, ohne jegliche KfW-Darlehen für klimafreundliche Neubauten zu bauen - die in den meisten ähnlichen Bauprojekten eine mächtige Teilsäule bilden, aber im KfW-Hin-und-Her eben grad in unserem Zeitfenster nicht zur Verfügung standen. (2) Die genossenschaftlichen Wohnpflichtanteile sind dabei eine zentrale Säule, weshalb wir die Säule Genossenschaft in unserem neuen Kombi-Modell prominent berücksichtigen.
- Last but not least die zwei wichtigen Ansätze, durch gemeinschaftliche Infrastruktur den Mieter_innen massiv Nebenkosten zu ersparen: (1) ein gemeinsamer Stromvertrag, der eine kaum zu toppende PV-Eigenstromquote und ganz unkomplizierten Mieterstrom erlaub, (2) der ebenfalls ein gemeinsamer Internetvertrag, der ebenfalls hohe Einsparungen für jede Partei möglich macht. Auch dies beides eine Lektion aus im Neschtle noch nicht umgesetzten Möglichkeiten, gerade jene Stellschrauben zu nutzen, die wirklich beeinflussbar sind.
- Damit sind wir bei den Baukosten. Nur ganz knapp: Durch rigoroses Kostenmanagement und qualifizierte Ausschreibungen sowie die vielen Optimierungen in vielen Details sind aktuell die Vergaben bzw. abgerechneten Verträge in Summe immerhin rund 10% unter der Kostenberechnung.
Ausblick aufs nächste Jahr
Nun war ein knappes Jahr Bauphase - mit ganz viel Arbeit auch für die Projektsteuerung. Davor war ein Jahr Aufgleisen, Finanzierung-bauen, Werkplanung-verbessern und Hürden-aus-dem-Weg räumen mit Fluchtpunkt Grundstückkauf und Baustart - ebenfalls in ungeheuer vielen Vollzügen Projektsteuerer-Arbeit.
Das nächste Jahr wird nochmal sehr anders, sehr aufregend und ziemlich matchentscheidend: Wenn's weiter gut läuft, können die Wohnungen noch vor der Jahresmitte bezogen werden. Bei zwei großen Zusatzthemen starten wir jetzt - eng abgestimmt mit der Stadt Tübingen - den Konzeptionsprozess:
- die Pflege-WG muss optimal abgestimmt auf die lokalen Akteur_innen auf den Weg gebracht werden.
- die Scheunennutzung als Stadtteiltreff ist ebenfalls erst in Konturen vorbedacht.
Schon jetzt erahnbar: das Potenzial der stattlichen Scheune als künftiges "Wohnzimmer für alle"
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