Neuer teilAuto-Stellplatz am nestbau-Büro!
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Nur auf den ersten Gedanken sind das zwei völlig unterschiedliche Themen: Denn Bauwende, Wohnwende, Energiewende und Mobilitätswende sind eng miteinander verknüpft. teilAuto kann bezahlbares Wohnen machtvoll unterstützen - und ebenso umgekehrt: mit unseren Häusern können wir der CarSharing-Idee richtig Rückenwind geben. Beide Hebel wollen wir jetzt systematisch anwenden.
Dienstwagenprivileg abgeschafft
Es sagt sich so leicht und selbstverständlich: "wir sind halt auf das Auto angewiesen"... und jahrelang hatte die nestbau auch selbst eines: zuletzt einen großen Ducato, früher mal ein kleines frühes e-Auto (Foto unten). Immerhin: schon 2014 hatte Gründer Laufer-Stark auch eine eigene E-Ladesäule im Schleifmühleweg 75. installiert.

Für Vorstand Uli Otto, Controller Markus Buckenmayer und Projektentwickler Stefan Genschow vom neu aufgestellten Team passte "ein Dienstwagen" schon länger nicht mehr so recht zum Nachhaltigkeitsanspruch der nestbau AG. Alle drei leben ohne eigenes Auto, alle drei managen auch den nestbau-Alltag mit ziemlich wenig Auto (unterstützt durch das Deutschland-Ticket, das die nestbau allen Mitarbeitenden anbietet).
Der große Dienstwagen wurde somit immer weniger genutzt. So war es nur konsequent, (1) den dieselnden Ducato zu verkaufen, (2) damit einen Parkplatz freizubekommen, und (3) den Restbedarf an Automobilität neu zu organisieren.
teilauto-Koop für Schleifmühleweg 75
Für den nestbau-Betrieb gilt also: ganz selten mal "aufs Auto angewiesen" - aber das muss doch kein eigenes sein. Dies ist Grundidee des "nutzen statt besitzen", wie sie alle Sharing-Konzepte verbindet.
Also nahmen wir Kontakt mit teilAuto Tübingen auf. Um zunächst unsere eigene betriebliche Auto-Mobilität beispielhaft umzuorganisieren.
v.l.n.r.: Vorstand Martin Heer von der teilAuto-Genossenschaft, Uli Otto und Markus Buckenmayer. Zwischen ihnen: die Wallbox am nestbau-Stammhaus - viel zu schade für weiteres Brachliegen, weil nun jahrelang ein Verbrennerauto davor parkte
Kooperationsthema Nr. 1 ist ganz konkret und sollte ganz rasch umgesetzt werden. Eine absolute win-win-Konstellation, so wurde rasch im Gespräch deutlich:
- Die teilAuto eG Neckar-Alb
- bietet - zunächst für eine Testphase - einen neuen E-teilAuto-Standort am Schleifmühleweg 75 für alle Kund:innen
- sowie das nestbau-Team und deren Mieter:innen an. Direkt vor der eigenen Haustür...
- Die nestbau AG
- stellt die Lade-Infrastruktur und den Stellplatz zur Verfügung. Mit allem drum und dran: gut sichtbar, leicht anfahrbar, mit Licht per Bewegungsmelder, mit überdachtem Fahrradstellplatz usw.
- liefert Ökostrom - bei genug Sonne von der eigenen PV-Anlage, ansonsten über die Stadtwerke. Und zwar zum Einkaufspreis - ohne happigen Kostenaufschlag, den teilAuto allzuoft an öffentlichen Ladepunkten berappen muss.
Bsp. Franz-Viertel in Tübingen - DAS CarSharing-Viertel: Die roten Stecknadeln in dem schon älteren Bild sind die Autos, die grünen die Nutzenden (keine adressgenaue Zuordnung). Immer spannend: die Henne-Ei-Frage: brauchen wir erst genug Nutzende, um einen neuen Standort in Betrieb zu nehmen? Oder gehen wir angebotsorientiert vor: in der Erwartung, dass ein gutes Angebot dann fast automatisch die Nachfrage erhöht? Dies ist nun der Schleifmühleweg-Modus...
WinWinWin-Situation
Win für teilAuto:
optimaler Stellplatz, niedrige Initialhürde für zusätzliche Station, günstiger Strombezug, keine Hardware-Kosten für Wallbox usw.
Win für die nestbau:
teilAuto für die eigenen Mitarbeitenden und Hausbewohnenden vor der Tür, höhere Eigenstrom-Nutzung, Schärfung des ganzheitlichen Nachhaltigkeitsprofils
Win für die Stadtgesellschaft:
Jedes teilAuto erspart dem öffentlichen Raum rund 7-15 privateigene KFZ: Raum für Grün, für den Umweltverbund aus Rad-, Zufuß- und ÖPNV-Mobilität, Chance für Entsiegelung und öffentliche attraktive Stadträume.
Im Gespräch mit teilAuto ging es sodann um das - deutlich größere - Thema Nr. 2: Wie lassen sich teilAuto-Konzepte bereits bei der Entwicklung neuer Hausprojekte integrieren? Dazu mehr im eigenen Blog-Beitrag...
Kompakter Stromer Renault Zoe aus der teilAuto-Flotte
Sharing-Fan seit 33 Jahren
nestbau-Vorstand Uli Otto hat teilAuto mitgegründet und jahrelang leitend (und in den ersten Jahren auch ehrenamtlich operativ) vorangetrieben.
Auf dem Foto ganz rechts, hinter den ersten beiden teilAutos beim Start im Oktober 1993: Uli Otto