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Energieverbräuche unserer Gebäude im Vergleich

Autor/in

Anna Kleiner Anna Kleiner

Datum

25.04.2022

Schlagworte

  • Schleifmühleweg
  • Eisenbahnstraße
  • Bauen & Klima

Auch wenn die Nebenkosten unserer Gebäu­de in erster Linie nicht die nestbau AG als Eigen­tümerin treffen, sondern die Mieter­innen und Mieter – im Sinne der Nach­haltig­keit kann uns die Energie­effizienz unserer Häuser nicht gleich­gültig sein. Wir zeigen hier, wie sich eine Investi­tion unserer­seits für die Mieter:innen und fürs Klima lang­fristig auszahlt.

Zwei ähnliche Gebäude

Im Folgenden schauen wir uns den Energie­verbrauch im Jahr 2021 für unsere ersten beiden Gebäude an:

  • Schleifmühleweg 75 in Tübingen, fertiggestellt 2014 (kurz SMW75)
  • Eisenbahnstraße 47 in Tübingen, fertiggestellt 2019 (kurz E47)

Vergleichbarkeit der Daten

Die beiden Gebäude sind in der Bau­weise ähn­lich genug für einen groben Ver­gleich ihrer Energie­ver­bräuche: Beide sind gebaut nach KfW 55 mit massiven Beton­wänden und daran an­schließen­dem Wärme­dämm­verbund­system. Sie unter­scheiden sich aller­dings etwas in der Größe und in der Bewohner­schaft, so dass es für einen Ver­gleich auf wissen­schaft­lichem Niveau nicht reicht.

Um die Daten vergleichbar zu machen, legen wir den Energie­verbrauch auf die jewei­li­gen Quadrat­meter vermiet­bare Fläche sowie auf die Anzahl der Bewohner:innen um.

Auswirkungen der Unterschiede

In dieser Umrech­nung sind einige Ungenauig­keiten ent­halten: „vermiet­bare Fläche“ sind nur die tat­säch­lich bewohn­ten Quadrat­meter ohne zum Bei­spiel das Treppen­haus und ohne die Flächen, auf denen Wände stehen. Ein Treppen­haus ist aber nicht völlig unbe­heizt bzw. „schluckt“ eine gewisse Energie­menge, genauso wie ver­schie­den dicke Wände.

Ebenso sind Unter­schiede im Nutzer:innen­verhalten anzu­nehmen: Berufs­tätige sind unter Umstän­den viel außer Haus und brauchen weni­ger Hei­zung, Teenager duschen even­tuell deut­lich mehr als ältere Leute, und das Wärme­bedürfnis in einer Demenz-WG ist erfahrungs­gemäß überdurchschnittlich.

Die beiden Häuser sind dennoch vergleich­bar groß, haben fast gleich viele Bewohner:innen und obendrein in beiden Fällen gewerb­liche Nutzung im Erd­geschoss (Büros im Schleif­mühle­weg, in der Eisen­bahn­straße ein Café und ein Elektro­laden). Es ist daher davon auszu­gehen, dass sich diese Unge­nauig­keiten eher im ein­stelligen Prozent­bereich bewe­gen und sich bei ent­spre­chend gemisch­ter Bewohner­schaft teilweise gegen­seitig auf­heben. Wir vernach­lässigen sie also für diesen Vergleich.

Der wesentliche Unterschied: Solarthermie

Viel interessanter in diesem Vergleich sind die Auswir­kungen der im Schleif­mühle­weg vorhan­denen Solar­thermie-Anlage mit 95 m² Kollektoren­fläche und 12.500 l Speicherkapazität.

Dabei bestimmt die Kollek­toren­fläche, wieviel Wärme­leit­flüssigkeit auf einmal erwärmt werden kann, und die Speicher­kapazität, wieviel davon wie lange ge­spei­chert werden kann, sprich wieviel sonnen­lose Tage damit über­brückt werden können. Beides ist im Ideal­fall der Größe des Hauses ange­passt und aufeinander abgestimmt.

Wie unsere eigenen Erfah­rungen der letzten acht Jahre im Schleif­mühle­weg zeigen, ist das nicht ganz einfach – ein größerer Speicher würde es uns hier unter Umständen ermög­lichen, bis in den November hinein noch die Sonnen­wärme des Som­mers zu nutzen. Die Daten zeigen trotzdem, dass wir keinen Grund zur Klage haben:

Energieverbrauch im Vergleich

Tabelle: Vergleichsdaten Energieverbrauch SMW75 und E47
Tabelle: Vergleichsdaten Energieverbrauch SMW75 und E47

Je nachdem, ob wir den Vergleich pro Quadrat­meter vermiet­barer Fläche oder pro Person heran­ziehen, werden im Schleif­mühle­weg nur 62 % bzw. 57 % der Energie­menge verbraucht, die in der Eisen­bahn­straße anfällt. Eine Solarthermie-Anlage kann also je nach Günstig­keit der Umstände die Energie­kosten um ein Drittel bis zu um die Hälfte senken!

… und was haben wir davon?

Fakt ist: Wir als Unternehmen, das Gebäude baut und vermie­tet, haben davon zunächst einmal nichts als höhere Investitions­kosten. Und natür­lich glückliche Mieter:innen sowie das sichere Wis­sen, dass unser erstes Haus in den vielen Jahren, die es bewohnt wird, durch seinen gerin­geren Energie­verbrauch deut­lich weniger schäd­liche Umwelt­wirkungen hat als ein vergleich­bares Haus ohne diese Investi­tion in eine Solarthermie-Anlage. Ganz ohne finan­ziellen Ausgleich für uns erfolgt eine solche Investi­tion übrigens auch nicht. Erstens gibt es staat­liche Förder­mittel, und zweitens ist die Miete pro Quadrat­meter um etwa 10 Cent pro Monat höher als sie ohne die Anlage wäre. Unter dem Strich teilen sich die Mieter:innen und die nestbau AG den Vorteil der Solar­thermie etwa im Verhältnis 2:1.

Schwäbisches Tagblatt 04.04.2022: "Bezug zum Ort erwünscht" Tagesspiegel 28.04.2022: "Gemeinwohl als Geschäftsstrategie"

© nestbau AG

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