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Eine Vorstellung von Massivholz als nachhaltige, moderne Bauweise

Autor/in

Magda Szabert Magda Szabert

Datum

01.04.2022

Schlagworte

  • Pfrondorf
  • Bautechnik
  • Holzbau

Für das aktuelle nestbau-Projekt in Pfrondorf ist die Firma EURBAN mit einer Detail­studie beauf­tragt, die die Mach­bar­keit des Pro­jektes unter Ver­wen­dung von Massiv­holz in Form von Brett­sperr­holz klären soll. In diesem Gast­beitrag erklärt Magda Szabert von EURBAN, was genau Brett­sperr­holz ist und welche Vor­teile es bietet.

Holz wird seit Jahr­hun­derten ver­wen­det, hat aber mit dem Beginn der indu­striellen Revo­lution seine Stel­lung als gängiges Bau­material verloren.

BSP-Stapel vor einem alten Haus mit Reetdach

Historische Stätten wie die mittel­alter­lichen Holz­konstruk­tionen in Tübingen können uns helfen, die 250 Jahre der Indu­stria­lisie­rung zu über­brücken und Holz wieder in die Reihe der viel jüngeren Mate­ria­lien wie Stahl­beton oder Stahl zu stellen.

Um ihre Bauwerke zu errichten, nutzten die mittel­alter­lichen Zimmer­leute hunderte von Jahren alte Bäume, aus denen sie die leistungs­fähigsten Struktur­teile heraus­holten. Heut­zu­tage wird Holz so kon­struiert, dass es die Leistung jahr­hunderte­alter Bäume nach­ahmt und ver­bessert. Die heu­tigen Bäume sind im Durch­schnitt 80 Jahre alt und stam­men aus zerti­fi­zierten Forstbetrieben.

Was ist Brettsperrholz (BSP)

grafische Darstellung der Querverleimung

Brettsperrholz ist ein moderner Holz­werk­stoff, der die Grund­lage für Massiv­holz­konstruk­tionen bildet. Es wird aus Nadel­holz­brettern her­ge­stellt, die in einer unge­raden Anzahl von ortho­gonalen Schichten mit­einan­der verleimt werden.

Dank der Kreuzlami­nie­rung können sich BSP-Platten in zwei Rich­tungen aus­deh­nen und somit als Wände oder Böden und Dächer ver­wen­det werden. Durch die Kreuz­verlei­mung sind BSP-Paneele im Vergleich zu her­kömm­lichen Holz­konstruk­tionen sehr viel formstabiler.

Die Holzbretter, aus denen die BSP-Paneele bestehen, werden mit hoch­leistungs­fähigen Kleb­stoffen ver­leimt, die keine Lösungs­mittel und kein Form­aldehyd ent­halten, keine flüs­sigen Ab­fälle erzeu­gen und keine gif­tigen Emis­sionen in die fer­tigen Produkte einbringen.

BSP kann auch im Inneren als archi­tek­tonisches Ele­ment belassen werden.

Fertigung in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sämtliche Massivholz-Struktur­ele­mente, die für den Bau des Pro­jekts in Pfron­dorf zum Einsatz kom­men, werden in Deutsch­land, Öster­reich oder der Schweiz hergestellt.

Lagerhalle mit BSP-Brettern

FSC- oder PEFC-Zertifizierung

Man kann nicht über Holz­techno­logien nach­denken, ohne den Wald bzw. das Pflan­zen von Bäumen zu berücksichtigen.

Das gesamte von Eurban verwen­dete Bau­holz verfügt über eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung.

Wenn man bedenkt, wie schnell ein nach­haltig bewirt­schaf­teter Wald die Holz­masse wie­der auf­füllt, kann man sagen, dass nach­haltiger Holz­bau eher zur Wieder­auf­forstung beiträgt als zur groß­flächigen Rodung von Wäldern.

Die Vorteile von BSP als Baumaterial

bauarbeiten an mehrstöckigem Holzhaus

Die BSP-Struktur ist eine Leicht­bau­kon­struktion. Im Vergleich zu Stahl oder Stahl­beton bietet eine Massiv­holz­kon­struktion den zusätz­lichen Vor­teil gerin­gerer Lasten und erfor­dert daher kleinere Fundamente.

BSP ist eine Trocken­techno­logie. Das bedeutet, dass die Massiv­holz­elemente, die im Werk her­ge­stellt und während des Transports geschützt werden, trocken auf die Bau­stelle kom­men. Während des Einbaus trock­nen sie bei sach­gemäßer Hand­habung sehr schnell ab, nachdem sie feuch­tem Wetter aus­ge­setzt waren. Dies wirkt sich posi­tiv auf das Bau­stellen­programm und die Qualität aus.

BSP-Platten, die im Werk verleimt und verdich­tet werden, bieten ein hohes Maß an Luft­dicht­heit. Dies trägt zur Gebäude­qualität und Energie­effizienz bei.

Die Vorfertigung von BSP ist zudem mit deutlich redu­zierten Mon­tage­zeiten ver­bunden. Der Aufbau einer BSP-Struktur kann bei richtiger Aus­führung bis zu 40 % schnel­ler erfol­gen als bei anderen Bau­weisen. Dies wiederum kann das ge­samte Bau­programm erheb­lich reduzieren.

Darüber hinaus benötigt die Massiv­holz­bau­weise kein Wasser und ver­un­reinigt dieses auch nicht während der Montage.

BSP und Abfall

Als Fertig- und Holzprodukt erreicht BSP ein hohes Maß an Material­effi­zienz. Alle Baum- und Holzabfälle, die während des Produk­tions­pro­zesses anfal­len, werden für andere holz­basierte Pro­dukte wie Holz­pellets, Holz­faser­dämmung und Papier ver­wen­det, um nur einige zu nennen.

Bäume, BSP und CO2

Bäume sind natürliche Kohlendioxid-Speicher. Sie speichern CO2 für die Dauer ihres Lebens, etwa 60-80 Jahre oder länger. BSP-Strukturen ver­längern die Speicher­dauer von CO2 so lange, wie die Massiv­holz­struktur eines Gebäu­des steht, in etwa also weitere 50-60 Jahre oder mehr.

Darüber hinaus ist der Energie­bedarf bei der Her­stellung von Brett­sperr­holz im Ver­gleich zu anderen Bau­mate­ria­lien sehr gering.

BSP, Lebenszyklus und Kreislaufwirtschaft

Schließlich können die aus einzel­nen Platten be­stehen­den Massiv­holz­konstruk­tionen zwei oder mehr Lebens­zyklen durch­laufen. Nachdem die Platten die Struktur eines Ge­bäu­des gebil­det haben, können sie in die Struktur eines an­deren Gebäu­des umgewandelt werden.

Fazit

Massivholz-Innenwände

Die Tragstruktur ist der größte Bestand­teil eines Gebäu­des und kann daher die größten Aus­wir­kungen auf Kosten, Bauzeit und Verhalten haben.

In Bezug auf Kohlen­dioxid ist BSP im Gegensatz zu allen anderen gängigen Bau­mate­rialien eine echter Kohlen­stoff­speicher. Es ist wirklich er­neuer­bar, was bedeutet, dass es im Vergleich zu Beton oder Stahl unschlag­bar ist. Es kann im Wald nach­wachsen, der ebenfalls Kohlen­stoff bindet. Das ist der ent­schei­dende Unter­schied zu anderen Materialien.

Aus kommerzieller Sicht bezeichnen große, inter­natio­nale Bau­unter­nehmen wie MACE BSP als „Concrete’s Newest Rival – Der neueste Rivale von Beton“ und setzen sich mit großem Gewinn dafür ein. BSP bietet ihnen bessere zukünftige Renditen für zukünftige Investoren.

Weiterführende Links

  • zur Webseite von Eurban (englisch)
  • zur Projektseite „Pfrondorfer Neschtle“
Schwäbisches Tagblatt 01.04.2022: "Ein Neschtle für Senioren" Schwäbisches Tagblatt 04.04.2022: "Bezug zum Ort erwünscht"

© nestbau AG

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