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Wohnen das entscheidende Thema der Europa-und Kommunalwahlen?

Autor/in

Annette Guthy Annette Guthy

Datum

13.06.2024

Schlagworte

  • Politisches
  • nestbau kommentiert

Unsere Aufsichts­rätin Annette Guthy kommentiert die Ergebnisse der Europa- und Kommunal­wahlen. Den Rechts­ruck ins­besondere bei jungen Wähler:innen sieht sie auch als eine Folge des Mangels an bezahl­barem Wohn­raum.

Den dys­funktionalen Wohnungs­markt in unserer Heimat­stadt Tübingen haben die Parteien geschlossen erkannt und zum kommunalen Wahl­kampf­thema er­koren. Es gab praktisch keine Partei, die die Thematik des bezahl­baren Wohnens nicht auf ihren Plakaten platzierte. Deutsch­land­weit sieht es ähnlich aus. Wenn sogar Vonovia-Chef Rolf Buch warnt, dass die Wohnungs­not den extremen Parteien nutze, sollte man politisch, und nicht nur auf Plakaten, eine Antwort finden.

Dieses Argument zieht Alisa Schellen­berg auch in einem lesens­werten Zeit-Artikel heran. Ihr Deutungs­versuch, weshalb vor allem bei den jungen Wählern die AfD so gut ab­ge­schnitten habe: Dies „sei vor allem den banalen, be­gründeten Ängsten geschuldet – zum Beispiel, keine Wohnung zu finden.“ Auch der Rechts­ruck im vergangenen Jahr bei den Parlaments­wahlen in den Nieder­landen lässt sich so erklären. Der Erfolg der rechts­extremen Partei von Geert Wilders ist vor allem mit der bestaanszekerheid – Kampagne zu erklären. Unter bestaanszekerheid sind viele ökonomische und sozial­politische Themen wie Mindest­lohn, Wohn­raum­mangel und hohe Mieten diskutiert worden. Es stand folglich ein traditionell „linkes“ Thema oben auf der Agenda, das die schwindende Kauf­kraft der Menschen zur Auf­gabe machen sollte. „Parteien wie die portugiesische Chega, die nieder­ländische Partei für die Freiheit von Geert Wilders, die AfD oder der französische Rassemble­ment National verstehen es exzellent, die Sorgen der jungen Wähler auf­zu­greifen, die die älteren (mit Eigen­heim) nicht oder nicht mehr haben“, so die Analyse von Schellen­berg weiter.

Ist die drohende soziale Spaltung, die zumindest die gemein­wohlorientierten Wohn­raum­versorgenden seit mindestens einem Jahr­zehnt prog­nostizieren, jetzt also auch an den Wahl­er­geb­nissen ablesbar?
So oder so, die politische Brisanz der mas­sen­haften Un­zu­frieden­heit erreicht mit der Europa­wahl ihren bis­herigen negativen Höhe­punkt. Ob dann tat­sächlich vor­rangig die Wohnungs­not, der Kauf­kraft­verlust oder generell die Verteilungs­frage aus­schlagend für das Wahl­ergebnis ist, bleibt un­bedeutend. Die Wahl­er­geb­nisse führen uns jeden­falls vor Augen, dass es eben nicht aus­reicht, das Häk­chen an der richtigen Stelle zu setzen. Sondern wie wichtig es ist, sich WIRKLICH um den sozialen Zusammen­halt, und da ins­besondere um die Wohn­raum­ver­sorgung zu kümmern. Wir von der nestbau AG tun das seit mehr als zehn Jahren - sozial und ökologisch. Und zeigen damit, dass auch Geld an­legen Gutes be­wirken kann!

Quellen:

(1) Vonovia Chef Rolf Buch im Interview
(2) Artikel in der Zeit von Alisa Schellenberg
(3) Artikel im Spiegel zum Wahlerfolg von Geert Wilders

10 Jahre Schleifmühleweg 75 Hauptversammlung 28.06.24 - Optimismus trotz Bau-Krise

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